Hochschulstart ist die Stiftung für Hochschulzulassung. Sie vergibt die Studienplätze für Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie im ersten Fachsemester zentral über hochschulstart.de. Tiermedizin wird dort nur zum Wintersemester vergeben. Bewerbungen in ein höheres Fachsemester laufen nicht über Hochschulstart, sondern direkt bei der Universität.
Das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) ist das Online-Verfahren von Hochschulstart für das erste Fachsemester. Dort werden Bewerbung, Priorisierung, Zulassungsangebote und die Annahme koordiniert. Bewerbungen in höhere Fachsemester gehören nicht zum DoSV.
Im ersten Fachsemester können vor den drei Hauptquoten bis zu 20 Prozent der Plätze vorab vergeben werden, etwa für Härtefälle, ausländische Bewerberinnen und Bewerber, ein Zweitstudium oder Landarztquoten. Die übrigen Plätze verteilen sich auf die Abiturbestenquote (30 Prozent), die zusätzliche Eignungsquote (10 Prozent) und das Auswahlverfahren der Hochschulen (60 Prozent). Die Anteile gelten für das zentrale Vergabeverfahren, nicht für Bewerbungen in ein höheres Fachsemester.
Über die Abiturbestenquote vergibt Hochschulstart 30 Prozent der Plätze in den Hauptquoten des ersten Fachsemesters nach der Note der Hochschulzugangsberechtigung. Weil sich die Noten zwischen den Ländern unterscheiden, fließt ein Länderausgleich in den Vergleich ein.
Die zusätzliche Eignungsquote (ZEQ) vergibt 10 Prozent der Plätze in den Hauptquoten des ersten Fachsemesters. Die Abiturnote zählt hier nicht. Gewertet werden schulnotenunabhängige Kriterien, zum Beispiel ein Studierfähigkeitstest, eine Berufsausbildung oder ein Dienst. Welche Kriterien gelten, legt die jeweilige Universität fest.
Im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) vergeben die Universitäten 60 Prozent der Plätze in den Hauptquoten des ersten Fachsemesters nach eigenen Kriterien. Üblich ist eine Mischung aus Note, Studierfähigkeitstest, Gespräch, Berufsausbildung oder Dienst. Jede Universität gewichtet anders.
Der Test für medizinische Studiengänge (TMS) ist ein bundesweiter Studierfähigkeitstest für die medizinischen Fächer. Das Ergebnis kann in der zusätzlichen Eignungsquote und im Auswahlverfahren der Hochschulen berücksichtigt werden. Der TMS wird durch den TMSnat abgelöst. Ob ein bereits vorliegendes Ergebnis noch zählt, legt die jeweilige Universität fest.
Der HAM-Nat ist ein naturwissenschaftlicher Auswahltest, den einige Universitäten im ersten Fachsemester neben oder statt des TMS eingesetzt haben. Er wird eingestellt und durch den TMSnat abgelöst. Ob ein älteres Ergebnis noch berücksichtigt wird, entscheidet die jeweilige Universität.
Der TMSnat (Test für medizinische Studiengänge mit naturwissenschaftlichen Aufgaben) löst TMS und HAM-Nat als gemeinsamen Studierfähigkeitstest ab. Er verbindet kognitive Aufgaben aus dem TMS mit naturwissenschaftlichem Wissen aus dem HAM-Nat und kann wiederholt werden. Die erste Durchführung ist für das Frühjahr 2027 angekündigt. Wie das Ergebnis in der Auswahl gewichtet wird, legt jede Universität selbst fest.
Der Numerus Clausus (NC) ist die Grenze, mit der im jeweiligen Verfahren der letzte zugelassene Bewerber aufgenommen wurde. Das kann eine Note oder ein Rangplatz sein. Der NC ist keine vorher festgelegte Mindestnote, sondern ergibt sich rückblickend aus dem Verfahren. Er beschreibt, was im letzten Durchgang gereicht hätte, und gilt nicht automatisch für das nächste Verfahren.
Im Losverfahren werden Plätze vergeben, die nach dem regulären Verfahren frei geblieben sind. Über die Teilnahme entscheidet das Los. Ob eine Universität ein Losverfahren anbietet und für welches Fachsemester, regelt sie selbst. Häufig betrifft das Verfahren das erste Fachsemester.
Eine Bewerbung in ein höheres Fachsemester geht direkt an die Universität, sobald Studienleistungen ein höheres Fachsemester begründen. Das kann eine Anerkennung durch das Landesprüfungsamt sein oder ein bereits in Deutschland begonnenes Fachstudium. Ein Ortswechsel liegt vor, wenn das Studienfach gleich bleibt und das bisherige Studium in der Europäischen Union absolviert wurde.
Ein Quereinstieg in ein höheres Fachsemester liegt vor, wenn das bisherige Studium außerhalb der Europäischen Union absolviert wurde, zum Beispiel in der Schweiz, oder wenn das Studienfach wechselt, zum Beispiel von der Humanmedizin in die Zahnmedizin. Die Bewerbung geht direkt an die Universität.